Was ist Herrschaft? Und was hat Kapitalismus mit Herrschaft zu tun?

Samstag, 12. Oktober 2013, 18:00-20:00 Uhr

Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass das verbindende Element einer emanzipatorischen Linken die Kritik an Herrschaft ist (oder sein sollte) mit dem Ziel einer praktischen Aufhebung unterschiedlicher und miteinander verschränkter Herrschaftsverhältnisse. Zugleich ist aber oft unklar oder umstritten, was unter Herrschaft überhaupt verstanden werden kann. Im ersten Teil des Vortrags möchte Dimitri Mader deshalb einen kritischen und nichtverkürzten Herrschaftsbegriff vorschlagen, der als Grundlage antiherrschaftlicher Theorie und Praxis auf der Höhe der Zeit dienen kann. Hierzu wird Herrschaft in Beziehung zu anderen Kritikbegriffen wie Macht, Gewalt, Ungleichheit und Ausbeutung gesetzt. Im zweiten Teil wird mit Kapitalismus ein bestimmtes Herrschaftsverhältnis genauer betrachtet: Worin genau besteht im oder am Kapitalismus die Herrschaft? Hier gilt es einerseits gängige Argumente zu prüfen, die aus liberaler, sozialdemokratischer und postmoderner Perspektive gegen die These der grundsätzlichen Herrschaftsförmigkeit des Kapitalismus vorgebracht werden. Andererseits wird dem „Schisma“ innerhalb der antikapitalistischen Linken nachgegangen, die kapitalistische Herrschaft entweder primär als Klassenherrschaft oder als anonyme Herrschaft des Kapitalverhältnisses begreift und beide Aspekte häufig unnötigerweise gegeneinander ausspielt.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der 2. Linken Hochschultage statt. Die Linken Hochschultage 2013 finden im Containerdorf an der Kantonsschulstrasse gleich beim Kunsthaus in Zürich statt.