Klassenkampf statt Sozialpartnerschaft!

Flugblatt zur Bauarbeiterdemo vom 22. September 2007

Wir sind dem Kapital zu teuer, deshalb senkt es unsere Löhne! Aktuell geschieht das gerade in der Baubranche, wo der Baumeisterverband den Landesmantelvertrag auf den 1. Oktober 2007 gekündigt hat. Die Folgen sind weniger Lohn, weniger Sicherheit und längere Arbeitszeiten.

Mit solchen und ähnlichen Massnahmen sind immer mehr Arbeiterinnen und Arbeiter konfrontiert. Die Angestellten bei der Post müssen Schliessungen von Poststellen und damit verbunden schlechtere Arbeitsbedingungen hinnehmen. Dazu werden im Postsektor rund 500 bis 800 Arbeitsstellen gestrichen. Auch auf die Angestellten der SBB wird seit dem Inkrafttreten des neuen GAV zusätzlichen Druck ausgeübt: Streichungen von Zulagen, Flexibilisierungen der Arbeitszeiten und verstärkte Überwachung am Arbeitsplatz.

Der allgemeine Trend zu immer flexibleren Arbeitszeiten bei immer mieserem Lohn ist auch in anderen Ländern zu spüren. Hinter diesem Angriff gegen die Arbeiterinnen und Arbeiter steckt kein Geheimplan einer Partei, sondern die Logik des Kapitalismus. Es entspricht dieser Logik die Produktivität zu steigern und durch den Konkurrenzdruck immer wieder Angriffe auf unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen hervorzurufen. Sie versaut uns das Leben!

Wir dürfen diese Angriffe auf die Klasse der Arbeiterinnen und Arbeiter nicht hinnehmen. Im Gegenteil! Gerade die aktuellen Entwicklungen in der Baubranche sind Ausdruck allgemeiner Verschärfungen. Deshalb müssen wir uns solidarisch über die Branchen hinweg gegen die Logik des Kapitals organisieren. Denn nur so können wir die Angriffe des Kapitals abwehren. In Frankreich wurde während den CPE-Protesten durch den gemeinsamen Kampf eines Grossteils der Arbeiter- und Arbeiterinnenklasse die Verschlechterung der Ersteinstellungsverhältnisse verhindert.

Wenn wir uns gemeinsam wehren, ist das Kapital machtlos. Es ist auf uns angewiesen, da wir die ganze Produktion leisten. Wir sind nur darum vom Kapital abhängig, weil man uns von den Arbeitsgeräten und Maschinen trennt. Dass wir uns nicht selbst diese Mittel aneignen, darüber wacht der Staat mit seinen Schlägertrupps. Nur deshalb sind wir gezwungen, unsere Arbeitskraft zu immer beschisseneren Bedingungen zu verkaufen. Um diesen Zustand in Frage zu stellen, müssen wir uns in den Betrieben und auch in den Quartieren selbst organisieren und das ganze System abschaffen.

Für die staaten- und klassenlose Gesellschaft!

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